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Friedrich-Bayer-Realschule
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Wie alles anfing
Die eigene Schule
Es geschah 1943
Wieder zu Hause
Die Baustelle Anfang der 70er
Die Fabrik
Aufbruch ins neue Jahrtausend
Das Gebäude
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Wie alles begann
Die Friedrich-Bayer-Realschule (vormals Realschule im Schulzentrum Süd, vormals Realschule Pfalzgrafenstr.) kann auf eine mehr als 128jährige Tradition zurückblicken. Sie ist Nachfahr jener Klasse, die am 3.2.1874 in der Volksschule Distelbeck das Mittelschulwesen in Elberfeld begründete.

Die ersten Gedanken zur Bildung eines mittleren Schulwesens finden wir in einer Denkschrift zur Frage der "Mittelschule im Wuppertale" aus dem Jahre 1853. Man dachte dabei nicht so sehr an eine Schule zwischen Volksschule und Gymnasium, als vielmehr an eine Schule des Mittelstandes = mittlere Schicht des Gewerbestandes, d.h. einfache und selbstständige Handwerker und Bauern. Es wurden auch schon drei Forderungen formuliert:
1.  Verbindung zur Volksschule
2.  Einfachheit des Lehrplans
3.  Konfessioneller Charakter
Diese Erwägungen und Forderungen mündeten in den Beschluss der Stadtverordneten-Versammlung Elberfeld vom Juli 1872, versuchsweise Mittelschulklassen einzuführen.

Diese Entwicklung zu einem Schulwesen des Mittelstandes drängte in ganz Preußen zu einer Lösung. Die "Allgemeinen Bestimmungen" für das Mittelschulwesen vom 15. Oktober 1872 für Preußen sahen fünf aufsteigende Klassen und zwei Fremdsprachen vor.

Der Ministerial-Erlass zum Mittelschulwesen vom 19. März 1873 (Ausführungsverordnungen) ermöglichte dann die Bildung von einzelnen Mittelschulklassen. Die erste dieser Art wurde in Elberfeld am 3. Februar 1874 an der Friedrich-Wilhelm-Schule, Städtische Volksschule an der Distelbecker Straße, errichtet. Die Klasse wurde zunächst Oberklasse genannt und schloss an die 6. Volksschulklasse für weitere drei Jahre an.

Diese Mittelschulklassen erfreuten sich bei der Elberfelder Bevölkerung zunehmender Beliebtheit, wie die stets wachsenden Schülerzahlen beweisen. Im Jahre 1886 wurden darum Mittelschulklassen für Knaben an der Volksschule Carnaper Straße (heute Markomannenstraße) und für Mädchen im Gebäude des ehemaligen Gymnasiums an der Grünstraße eingerichtet.

In den folgenden Jahren gründete man an fünf weiteren Volksschulen solche Mittelschulklassen. Die endgültige Übersiedlung in ein eigenes Schulgebäude erfolgte 1895 für die beiden Mädchen-Mittelschulen Nord und Süd:
Schleswiger Str. und Kurfürstenstr. (heute Reichsgrafenstr.)
und 1910 für die beiden Knaben-Mittelschulen Nord und Süd:
Neue Friedrichstr. und Brandenburgstr. (heute Pfalzgrafenstr.).
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Die eigene Schule
Am 28. Juli 1910 , anlässlich der Dreihundertjahrfeier der Stadt Elberfeld, fand die feierliche Einweihung der "Knaben-Mittelschule Brandenburger Straße" statt.

Zu diesem Ereignis hatten sich zahlreiche prominente Persönlichkeiten der damaligen Zeit eingefunden, so z.B. der Innenminister von Dallwitz, Regierungspräsident Dr. Kruse, Stadtbaurat Schönfelder u.v.a. Der Schlüssel des Gebäudes wurde Herrn Rektor Horstmann, der die Geschicke der Schule seit dem Jahre 1888 leitete, vom Stadtverordneten Pfeiffer überreicht.

Anschließend fand man sich zu einem Festmahl in der Stadthalle zusammen, wo der neuen Schule in zahlreichen Trinksprüchen Glückwünsche mitgegeben wurden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde die Schule dann umgetauft und hieß nun

"Graf-Adolf-Schule"

Dieser Name hat sich jedoch nie durchsetzen können. Man kannte die Schule im Volksmund nur unter der Bezeichnung "Süd". Bleibt abzuwarten, ob die neueste Namensgebung vom 14.2.1998 in "Friedrich-Bayer-Realschule" die "Himmelsrichtung" zu verdrängen vermag.

Die folgenden Jahre waren durch eine ruhige und periodische Entwicklung gekennzeichnet. Außergewöhnliches ereignete sich nicht. Die Schule genoss einen guten Ruf und wurde gern besucht. In sportlicher Hinsicht überwogen schon damals die Erfolge im Schwimmen, aber auch auf musischem Gebiet konnte man durch ein bestehendes Orchester schöne Erfolge verbuchen
.
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Es geschah 1943
Die Ideen des 3.Reiches hatten auch vor der Mittelschule nicht halt gemacht. Unter anderem wurde damals auch Französisch als erste Fremdsprache verdrängt und durch Englisch ersetzt.

Jäh wurde der Unterricht an der "Graf-Adolf-Schule" im Jahre 1943 durch einen Angriff alliierter Bombergeschwader auf die Elberfelder Südstadt beendet. Es war ein Wunder, dass das Gebäude damals nicht restlos zerstört wurde. An einen geregelten Unterricht war dennoch nicht mehr zu denken. Die Klassen wurden getrennt und aufs Land geschickt.

So befanden sich Klassen der Mittelschule im Erzgebirge, im Schwarzwald, in Österreich und sogar in Holland, bis dann die Kapitulation im Frühjahr 1945 auch diesen provisorischen Unterricht unmöglich machte. Die Klassen fanden auf abenteuerlichen Wegen (teils sogar zu Fuß) ihren Weg nach Hause und trafen tatsächlich alle wohlbehalten in Wuppertal ein.

Das Gebäude an der Pfalzgrafenstraße war noch in den Kriegsjahren teilweise wieder aufgebaut worden, doch diente ein Flügel zuletzt der NSDAP als Parteizentrale, andere Räume dienten als Altenheim, wieder andere als naturwissenschaftliches Museum.

Die Mittelschule musste nach der Kapitulation zunächst eine Zwangspause einlegen. Erst im Oktober 1945 konnte der Unterricht in Elberfeld wieder aufgenommen werden, und zwar lediglich in der "Neuen Friedrichstraße" (für Jungen) und in der "Schleswiger Straße" (für Mädchen). Die Verhältnisse waren jedoch katastrophal. Gebäudeschäden und ständig steigende Schülerzahlen (sie stiegen auf über 1000) bedeuteten Schichtunterricht. Die Realschule "Neue Friedrichstraße " wurde zur größten Schule Wuppertals.
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Wieder zu Hause
Erst im Jahre 1954 zeichnete sich eine Besserung für unsere Realschule ab. Es bestand die Möglichkeit, einen Teil der Klassen wieder im Gebäude an der Pfalzgrafenstraße zu beschulen. Das geschah im Herbst 1958, als man mit je sechs Klassen aus der "Neuen Friedrichstraße" und "Schleswiger Straße" in die "Realschule Pfalzgrafenstraße" einzog.

Dieses Gebäude wurde aber ebenfalls von der Volksschule Reichsgrafenstraße genutzt, sodass sich von Anfang an eine große Platznot bemerkbar machte. Erst als die Volksschule wieder in ihr Gebäude an der Reichsgrafenstraße einziehen konnte und somit der Realschule weitere Räume zur Verfügung standen, konnten alle Beteiligten sagen:
"Wir sind wieder zu Hause ! "
Dennoch ging es weiterhin sehr beengt zu; man hatte nur einen kleinen Physik- und Chemieraum, in dem das Aufbauen komplizierter Versuche nahezu unmöglich war und es fehlten geeignete Räume für Fächer wie Musik, Handarbeit und Werken. Die räumliche Situation besserte sich jedoch nur langsam. 1956 konnte die wiederaufgebaute Turnhalle als Sportstätte, Theatersaal und Aula in Betrieb genommen werden.

.Im Jahre 1963 konnte dann auch endlich der Ostflügel des Gebäudes bezogen werden, der bis dahin von der katholischen Volksschule genutzt worden war. Erst jetzt standen genug Räume zur Verfügung, um auch lang angestrebte Verbesserungen wie ein neues Lehrerzimmer, ein Filmraum, ein Sanitätsraum und ein Fotolabor in Angriff nehmen zu können.

In diese Zeit fielen auch erfolgreiche Theaterprojekte unserer Schule. Das Stück "Brummel und Bienchen" von Herrn Schaab war so erfolgreich, das es fünf Vorstellungen mit jeweils 500 Zuschauern füllte. Bemerkenswert war auch die Aufführung der "Rütliszene" aus "Wilhelm Tell", die von der Klasse 5a im Jahre 1959 ausgezeichnet gemeistert wurde.

Der Musiklehrer der Realschule Süd, Peter Paul Förster, gründete 1966 den Wuppertaler Kammerchor, in dem viele unserer Schüler mitwirkten. Auftritte in St. Laurentius und in der Beyenburger Klosterkirche sind für viele unvergesslich.

Ebenso fanden schon damals die Ausstellungen der künstlerischen Arbeiten unserer Schüler unter der Leitung unseres Kollegen Heinz Velten über die Grenzen der Schule hinaus Beachtung.
Ende der sechziger Jahre stieß das Gebäude an der Pfalzgrafenstraße an das Ende seines Fassungsvermögens. Nahezu jedes Schuljahr mussten mehr Eingangsklassen aufgenommen werden als Entlassklassen abgegeben wurden. Neue Lehrer wurden kaum eingestellt, sodass zu der räumlichen Not auch die des häufigen Unterrichtsausfalls durch Lehrermangel kam. Abhilfe war dringend nötig und diese sollte zu Beginn der siebziger Jahre auf den "Südhöhen" geschaffen werden.
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Die Baustelle Anfang der 70er
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Die Fabrik
Im September 1975 wird das Schulzentrum Süd seiner Bestimmung übergeben. In das für 2000 Schüler geplante Gebäude ziehen das Gymnasium Süd (mit Aue und Cronenberg), die Realschule Pfalzgrafenstr. und die Hauptschule Küllenhahn mit insgesamt 2500 Jungen und Mädchen ein, sodass die drei Schulleiter (Herr Dr. Walther, Herr Hardt, Herr Leimbach) offen von katastrophalen Zuständen sprechen. Herr Hardt notiert in der Chronik der Realschule:

"Das Schuljahr beginnt am 1.9.75. Wir versammeln uns an diesem Tage noch in der alten Schule, um alle organisatorischen Arbeiten (Austeilen der Schulbücher und Freifahrkarten, Bekanntgeben der Stundenpläne, u.v.a.) hier in Ruhe und ohne die zu erwartende Hektik des neuen Gebäudes abwickeln zu können. Dann erfolgt in zwei Tagen, mit einem Möbelwagen, der Umzug ins Schulzentrum Süd, und am Freitag, d. 5.9.75 schließlich ist der erste Schultag für Lehrer und Schüler der ehem. Realschule Pfalzgrafenstr., der allen mit einer gewissen Wehmut in Erinnerung bleiben wird, weil wir alle noch nicht wissen, was uns dort droben erwartet. ...

Was bietet uns das neue Gebäude?? Die ersten Wochen nach dem Umzug und dem Eingewöhnen sind außerordentlich nervenaufreibend, weil so vieles noch nicht klappt, und alle haben die große Hoffnung, daß sich diese ersten Anlaufschwierigkeiten bald legen werden. Leider stellt sich bald heraus, daß die allerersten Befürchtungen, die der Chronist schon vor Jahren hegte, an vielen Stellen Realität werden und bleiben werden! ...

Erst gegen Ende des Jahres 1975 haben sich die Wogen und die allergröbsten Unebenheiten in etwa geglättet. Die falsche Grundkonzeption des Riesen-Betonbaues aber bleibt irreparabel."

Während die Schulleiter von "pädagogischer Verantwortungslosigkeit" sprechen und pausenlos Missstände und Mängellisten in die Ausschusssitzungen tragen, wird das Schulzentrum in der Presse durchweg positiv beurteilt und die Kritiken aus der Schule als "Mäkeleien" abgetan.
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Aufbruch ins neue Jahrtausend
Während die Schülerzahlen bis zum Jahr 1979 weiter stiegen, die Raumsituation im Schulzentrum sich drastisch verschärfte, sah man doch nun auch die Vorzüge des neuen Gebäudes mit samt seinen modernen Einrichtungen. Ab 1980 bis 1990 sank die Schülerzahl der Realschule Süd stetig. Als dann auch noch das Auslaufen der Hauptschule beschlossen wurde, war die Raumnot im Schulzentrum schnell behoben. So war Platz vorhanden, in zwei Klassenräumen der Realschule das Bandwebermuseum einzurichten, das im Mai 1989 seiner Bestimmung übergeben wurde.

In den 90er Jahren wurde vor allem die Öffnung der Schule nach außen erfolgreich betrieben. So entstand 1996 in Zusammenarbeit mit der "Station Natur und Umwelt" das Projekt WALD, in dem vor allem Schüler der Jgst. 7 aktiv an der Gestaltung eines Geländes in der Nähe unserer Schule mitwirken.
Auch die Zusammenarbeit mit der Zooschule wurde intensiviert.

An vielen Stellen unserer Stadt konnte man ab 1997 großflächige Kunstwerke bewundern, die im "Big Art Projekt" entstanden waren.

Der 8. April 1995 war ein "schwarzer Samstag" in der Geschichte der Schule:
Das Sportzentrum und die Schwimmhalle brannnten völlig aus, der Sportunterricht musste für mehr als zwei Jahre provisorisch in anderen Hallen Wuppertals stattfinden; nicht nur ein organisatorisches Problem, sondern auch ein physisches für alle beteiligten Personen.
Erst am 12. September 1997 wurden die neu errichteten Sporthallen wieder dem Schulzentrum übergeben.

Am 14. Februar 1998 sollte dann endgültig die Himmlsrichtung aus dem Schulnamen verdrängt werden. In einer großen Feierstunde wurde die Realschule im Schulzentrum Süd getauft in
Friedrich-Bayer-Realschule
I
m gleichen Jahr wurde auch die Sportförderung in unserer Schule ausgebaut, im Schuljahr 1998/99 dann die erste Sportklasse eingerichtet.Talentierte Sportler werden in einer Klasse zusammengefasst und in einem speziell eingerichteten "Teilzeitinternat" in den Mittagsstunden betreut, um anschließend ihre Trainingseinheiten in Sportleistungszentrum absolvieren zu können.

Im Jahr 1999 wurde die Friedrich-Bayer-Realschule zur Umweltschule Europas ernannt. Alle am Schulleben beteiligte Gruppen blicken zuversichtlich ins neue Jahrtausend, wo neue Anforderungen auf uns warten.
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Das Gebäude
Bibliothek Schulhof Ost
Haupteingang Schulhof West
Pausenzentrum Sporthalle
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Zahlen und Tabellen

Schuljahr

Lehrerzahl

Schülerzahl

Anzahl der Klassen

1975/76

36

799

23

1976/77

35

808

24

1977/78

38

827

24

1978/79

39

804

24

1979/80

39

755

25

1980/81

40

707

24

1981/82

37

640

21

1982/83

33

611

20

1983/84

32

576

19

1984/85

32

546

17

1985/86

33

507

17

1986/87

33

470

17

1987/88

32

454

16

1988/89

31

421

15

1989/90

29

379

15

1990/91

29

395

15

1991/92

30

425

16

1992/93

29

490

18

1993/94

29

519

18

1994/95

32

564

20

1995/96

36

628

23

1996/97

43

677

24

1997/98

43

677

24

1998/99

43

699

25

1999/00

43

705

25

2000/01

46

810

25

2001/02

49

805

24

2002/03
50
853
28
Die Schulleiter

August Horstmann

1888 - 1914

Peter Börger

1914 - 1925

Otto Penner

1926 - 1930

Otto Richter

1930 - 1937

und

1940 - 1943

Johannes Zimbail

1937 - 1940

Alfred Krämer

1954 - 1969

Walter Hardt

1969 - 1989

Rita Richter-Koch

1990 - 1993

Hartmut Eulner

1994 -

 
Quelle: www.fbrs.de.vu 
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